Foto: Alex Siemer

Leer, 06. September 2016. – Der CDU-Landratskandidat Dr. Dirk Lüerßen ist für die Einrichtung eines weiteren Studienseminars in Leer, um dort Lehrer für die Schulen im Nordwesten des Landes auszubilden. Mit dieser Maßnahme hofft Lüerßen, dass der Lehrermangel gerade in dieser Region verringert werden kann. „Die Erfahrung zeigt, dass junge Lehrer gerne dort wohnen, wo das Studienseminar ist und dann später auch dort bleiben, wenn sie in der Region eine Stelle findet“, so Lüerßen während einer Diskussion mit Auszubildenden der Hartmann-Reederei in Leer, an der auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele, und die Leeraner CDU-Stadtverbandsvorsitzende
Ursel Nimmrich teilnahmen.
Was Berufsschulen angeht, so will Ulf Thiele noch in eine andere Richtung bei der Gewinnung von Lehrkräften: „Wir brauchen Praktiker“ in den Berufsschulen, sagte er. Die Berufsschulen könnten zu Fort- und Weiterbildungszentren weiterentwickelt werden, in denen „am Vormittag Auszubildende unterrichtet werden und die an Nachmittagen für die Fort- und Weiterbildung genutzt werden könnten“. Dies müsse gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern den Handwerkskammern umgesetzt werden. Diese unterhalten häufig eigene Weiterbildungseinrichtungen die in ein solches Konzept eingebunden werden müssen. In die neuartige Berufsschule könnten dann auch berufliche Angebote der Volkshochschulen eingebunden werden, ist Ulf Thiele von seiner „Vision“ überzeugt.
Dass die Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen in Ostfriesland schlecht ist, zeigt die aktuelle Statistik der niedersächsischen Landesregierung. Mit 91,8 Prozent Unterrichtsversorgung zum Stichtag am 15. November 2015 (93,0 Prozent ein Jahr zuvor) belegen die BBS II in Emden sogar noch einen „Spitzenwert“ im Nordwesten Niedersachsens. Die BBS I Emden kommen auf 88,0 Prozent (Vorjahr: 92,7 Prozent), die BBS I Aurich auf 85,9 (86,3), die BBS II Aurich auf 90,0 (89,4), die BBS I Leer auf 84,7 (85,8), die BBS II Leer auf 85,7 (84,6), die BBS Norden auf 86,3 (88,7) und die BBS Wittmund bilden mit 79,6 (Vorjahr: 80,6) Prozent das „traurige Schlusslicht“, so Ulf Thiele. Es müsse also dringend etwas geschehen, um die Situation zu verbessern. „Die Entscheidung der rotgrünen Landesregierung und der zuständigen Kultusministerin Heiligenstadt, den Berufsschulen die Personalbudgets zu streichen, habe Problem eher noch verschärft“, bedauerte er.
Dr. Dirk Lüerßen, Ulf Thiele und Ursel Nimmrich diskutierten bei ihrem Besuch in der Hartmann-Reederei nicht nur mit Auszubildenden, sondern auch mit der Geschäftsleitung. Dabei ging es in erster Linie um die nach wie vor angespannte Situation bei den Schiffsfinanzierungen.