Weener, 19. Juni 2018.- „Es war richtig, dass der Bund Einbrüche im vergangenen Jahr grundsätzlich zu Verbrechen erklärt und die Mindeststrafe auf ein Jahr Gefängnis festgelegt hat.“ Das erklärte der CDULandtagsabgeordnete Ulf Thiele nach einem Besuch der Polizeistation Weener. Die Zahl der als Einbrüche gewerteten Straftaten sei im Jahr 2017 deutlich gesunken, hatte Polizeidirektor Johannes Lind im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion berichtet, und zwar von 1.073 im Jahr 2016 auf rund 800 im darauffolgenden Jahr. „Wir haben 26 Straftäter in Haft bringen können“, so Lind. Ulf Thiele besucht regelmäßig die Polizeiinspektion Leer/Emden, „denn die Arbeit der Polizei ist sehr wichtig und verdient Lob, Anerkennung und politische Unterstützung“, so der Politiker.

Besonders erfreut zeigte sich Ulf Thiele von der Aufklärungsquote bei den Einbruchsdelikten: Sie liegt bundesweit bei 16,9 Prozent (in 2016), im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden hingegen bei über 30 Prozent. „Die Gefahr für Einbrecher in Ostfriesland, erwischt zu werden, ist damit gut doppelt so hoch wie im übrigen Bundesgebiet“, so Ulf Thiele. „Die Einbruchsprävention bleibt weiterhin wichtig. Aber vielleicht schreckt auch das den einen oder anderen Einbrecher ab.“

Überhaupt ist die Zahl der Straftaten in den vergangenen Jahren im Bereich der PI Leer-Emden deutlich zurückgegangen: Im Jahr der Gründung der Polizeiinspektion, 2004, waren in ihrem Gebiet noch rund 18.500 Straftaten erfasst worden. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 12.982. In 2004 lag die Aufklärungsquote bei 54, in 2017 bei fast 65 Prozent, im Bereich der zunehmenden CyberKriminalität (also Betrügereien mit Hilfe von Computern und des Internets) sogar bei rund 90 Prozent. „Auch das sind wichtige Erfolge, auf die die Einsatzkräfte stolz sein können.“

Sorgen macht allerdings die deutlich gestiegene Zahl von Angriffen gegen Polizeibeamte. Diese sind in 2017 um 23 Prozent auf 70 Fälle gestiegen. „Der Respekt gegenüber Einsatzkräften, nicht nur der Polizei, sondern auch der Feuerwehr und der Rettungskräfte, ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen“, so Ulf Thiele. Das nehme die Politik „nicht tatenlos“ hin. „Wer die Menschen angreift, die anderen helfen wollen, muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen“, betonte Ulf Thiele.

Im Vorjahr gab es im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden 143 Sexualdelikte – das sei der niedrigste Stand seit sechs Jahren, berichtete Johannes Lind. Aber in jedem einzelnen Fall gehe es auch um oftmals traumatisierte Opfer. Deshalb gibt es im Bereich der PI Leer/Emden eine Opferhilfebeauftragte. „Wir stehen den Opfern mit kompetenter Beratung und Vermittlung von Hilfsangeboten zur Seite“, so Lind.

Bei seinem Besuch in der Polizeistation Weener, zu dem auch Dienststellen in Bunde und Jemgum gehören, lernte Ulf Thiele auch dessen neuen Leiter kennen. Polizeihauptkommissar (PHK) Ralf Hickmann hatte zu Monatsbeginn die Nachfolge von Stefan Reuwsaat angetreten, der jetzt die Leitung des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Emden innehat, aber ebenfalls bei dem Besuch von Ulf Thiele in Weener dabei war.

„Mein Eindruck ist, dass die Polizei im Rheiderland und im gesamten Inspektionsbereich sehr gut aufgestellt ist“, lobte Ulf Thiele nach seinem Besuch. „Die Menschen können sich sicher fühlen und wissen, dass sie im Fall der Fälle schnelle Hilfe bekommen.“ Er sei den Beamten auch „persönlich sehr dankbar“ für ihren Einsatz.