Thiele: Extreme Straßensituation in Remels wäre vermeidbar gewesen

Remels/Hannover. „Die desolate Fahrbahn der Ostertorstraße in Remels (L 24) wird jetzt kurzfristig saniert. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die extreme Situation entwickelte sich nach Worten des CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele „mit Ansage und nicht aufgrund nur eines Winters.“ Die Straßenbauverwaltung des Landes sei latent unterfinanziert. Dadurch fehle Geld, um die Straßen des Landes in gutem Zustand zu halten. Eine vorausschauende Infrastrukturpolitik sehe anders aus. 

„Die rot-grüne Landesregierung und das für die Landesstraßen zuständige Wirtschaftsministerium habe ich mehrfach mit Nachdruck auf die unhaltbare Situation aufmerksam gemacht“, so Thiele. Nun werden auf Antrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr kurzfristig und überplanmäßig bis zu 200.000 Euro freigegeben, um die L 24 im Bereich zwischen der Friedhofsallee und der Hasenburgstraße instand zu setzen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht und Ulf Thiele erklärte der Leiter des Geschäftsbereichs Aurich des Landesamtes, Frank Buchholz, dass die Maßnahme jetzt kurzfristig, unter dem Vorbehalt des Wetters an dem Wochenende, vom Freitag den 13. bis Sonntag den 15. März 2026 umgesetzt werden soll. Dafür wird die Ostertorstraße in dieser Zeit in dem betroffenen Abschnitt voll gesperrt. Die Fahrtbahndecke wird auf einer Tiefe von zirka vier Zentimetern abgefräst und danach erneuert. Zu den Schäden in den weiteren Abschnitten der Ortsdurchfahrt sowie in Selverde und Großsander habe Buchholz vor Ort zumindest zugesagt, zu prüfen, ob diese gleichzeitig repariert werden können.

Aktuell sind die Schlaglöcher in der Ostertorstraße schon so tief, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen der Bismarck- und der Hasenburgstraße auf 10 Stundenkilometer herabgesetzt werden musste. „Das heißt im Klartext, man kann schon fast neben einem Auto herlaufen“, so Thiele. Völlig zu Recht sei dadurch in der Bevölkerung großer Unmut entstanden. Während eines kurzen Praktikums im vergangenen Herbst hatte er selbst, gemeinsam mit Mitarbeitern der Straßenbauverwaltung die Löcher in der Ostertorstraße mit Kaltasphalt notdürftig geflickt. Viele Menschen seien auf das Auto angewiesen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Auch die Wirtschaft benötige dringend intakte Straßen, um den Warenverkehr und das Ausbringen von Dienstleistungen zu ermöglichen. „Dass die Schäden an der Ostertorstraße und auch an anderen Landesstraßen nicht allein in diesem Winter entstanden sind, ist offensichtlich. Der Handlungsbedarf ist seit längerem groß. Die angeschlagenen Straßendecken bekommen in einer solchen Winterlage dann den Todesstoß. Daher bleibe ich bei der Forderung, den Etat für den Straßenbau dauerhaft deutlich anzuheben. Wir müssen aus der Mangelwirtschaft heraus“, erklärte Thiele anlässlich des Ortstermins.

Die Haushaltsmittel des Landes und die vom Land verwalteten Bundesmittel für Investitionen in Infrastruktur müssen, so Thiele, jetzt schnell und verlässlich für die Sanierung der Landesstraßen erhöht bzw. freigegeben werden. Obwohl es vielerorts dringenden Handlungsbedarf gebe, hatte Rot-Grün in den vergangenen Jahren die Etats der Landesstraßenverwaltungen gekürzt, statt sie anzuheben. Stattdessen habe sie über mehrere Jahre Rücklagen angehäuft, die vermutlich im Wahljahr 2027 gewährt werden sollen. Und die den Ländern vom Bund zur Verfügung gestellten weiteren Mittel seien bisher nur anteilig, statt vollständig, an die Straßenbauverwaltung verteilt worden.

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