Uplengen. Der Fachkräftemangel, die Chancen und Herausforderungen der Inklusion und die Stärkung der Sprachförderung standen im Mittelpunkt eines Besuches des CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele bei der Kindertagesstätte St. Martin in Uplengen.
„Die Kindergärten und auch die Kinderkrippen sind ein wichtiger Ort der frühkindlichen Bildung. Bereits hier werden durch positive und spielerische Lernerfahrungen die Weichen für die künftigen Schülerinnen und Schüler gestellt. Insbesondere die Sprache ist eine wichtige Basis für die schulische, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe“ betonte Thiele im Gespräch mit der Kita-Leiterin Meike Salge.
Die Kita St. Martin wird vom evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Emden–Leer–Rhauderfehn getragen. Sie wurde 1975 eröffnet und 2011 durch einen Neubau modernisiert. Am Gründungsort im Westring in Remels besuchte Ulf Thiele 1976 selbst den damaligen Kindergarten St. Martin mit damals noch überschaubarer Kinder- und Mitarbeiterzahl. Heute gehören 23 pädagogische Fachkräfte sowie sieben hauswirtschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Team, dass Kinder in zwei Regelgruppen, zwei Integrationsgruppen, einer Ganztagsgruppe und einer Krippengruppe betreut und fördert. „Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit steht das Konzept der Lernwerkstätten, das auf selbstbestimmtes Lernen und das Prinzip Lernen durch eigenes Tun setzt“, erläutert Meike Salge im Gespräch mit Thiele. Fünf wechselnde Lernwerkstätten pro Woche fördern nach ihren Worten gezielt die Selbstständigkeit, Neugier und Eigeninitiative der Kinder. Als zertifiziertes „Haus der kleinen Forscher“ legt die Kita St. Martin zudem besonderen Wert auf naturwissenschaftliches Entdecken. Als Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft gehören natürlich auch niedrigschwellige religionspädagogische Elemente zum Konzept, wie Thiele erfuhr.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Inklusion, die fest im Alltag der Einrichtung verankert ist. Sprachförderung und individuelle Entwicklungsbegleitung spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Besondere Angebote wie Vorschularbeit, Waldtage, Ausflüge sowie jahreszeitliche Feste unter Einbeziehung der Eltern stärken die Gemeinschaft. Für Kinder in den Integrationsgruppen gehören zudem Aktivitäten wie Schwimmen und Reiten zum Angebot.
Der Fachkräftemangel in Kindertagesstätten war ein zentraler Punkt im Gespräch zwischen Ulf Thiele und Meike Salge. Aktuelle Studien bestätigen die angespannte Lage, die sich auch in der Praxis zeigt. „Wir als CDU-Landtagsfraktion fordern seit langem, eine dualisierte Ausbildung im Erzieherberuf, nicht nur in der Teilzeitaudbildung, wie von Rot-Grün umgesetzt, sondern für alle Auszubildenden. Damit würde einerseits mehr Praxis sichergestellt. Anderseits würde die Ausbildung durch die Bezahlung attraktiver. Und die Auszubildenden stünden den Kindertagesstätten als dritte Kraft in den Gruppen frühzeitig zur Verfügung“, so Thiele. Dieser Weg ermögliche mittelfristig, die dritte Fachkraft in den Kitas zu etablieren und stelle die Qualität der frühkindlichen Bildung langfristig sicher.
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