Thiele: Folgen der Transformation für die Landwirtschaft stärker in den Blick nehmen

„Klimafolgenanpassung, Energiewende und wirtschaftliche Entwicklung müssen mit den Betrieben gestaltet werden und nicht gegen sie.“

Ostfriesland. Energie-Infrastruktur, Moor- und Bodenschutz, „Masterplan Ems“, Hochwasser- und Küstenschutz sowie die weitere wirtschaftliche Entwicklung Ostfrieslands: Bei einem Gespräch des Landtagsabgeordneten Ulf Thiele (CDU) mit dem Kreisvorsitzenden des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Leer, Klaus Borde, seinem Stellvertreter Bernhard Bekebrok und LHV-Geschäftsführer Rudolf Bleeker wurde deutlich, wie eng die großen Zukunftsfragen der Region mit der Landwirtschaft verbunden sind. Dabei machte Thiele deutlich: Klimafolgenanpassung, Energiewende und wirtschaftliche Entwicklung müssen mit den Betrieben gestaltet werden und nicht gegen sie.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die damit einhergehende hohe Verfügbarkeit von Energie in der Region böten große Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung Ostfriesland. Dies dürfen aber nicht dazu führen, dass landwirtschaftliche Betriebe am Ende vor allem die dafür benötigten Flächen bereitstellten. „Landwirtschaftliche Flächen sind nicht beliebig verfügbar. Sie sind Produktionsgrundlage, Eigentum und für viele Familien seit Generationen die wirtschaftliche Existenzgrundlage. Deshalb müssen wir bei allen großen Vorhaben die Gesamtbelastung der Landwirtschaft im Blick haben“, so Thiele. Die Landwirtschaft müsse von der Entwicklung profitieren können. „Dafür müssen die Vertreter der Landwirtschaft aber strategisch eingebunden werden. Sie gehören mit an den Tisch, wenn über ihre Nutzflächen diskutiert wird“, forderte Thiele.

Ostfriesland habe mit den Offshore-Windparks in der Nordsee, der Windenergie an Land, den Häfen und den vorhandenen Energie- und Datennetzen hervorragende Voraussetzungen, um eine wichtige Rolle beim Umbau der Energieversorgung zu übernehmen. „Wenn wir die Weichen jetzt richtig stellen, kann die gesamte Region von der vielpropagierten Energiewende profitieren“, so Thiele. Gleichzeitig werden für Leitungen, Elektrolyseure, Umspannwerke, Speicher und weitere Infrastruktur Flächen benötigt. Daher sei es wichtig, neue Trassen möglichst zu bündeln, vorhandene Infrastruktur zu nutzen und Grundstückseigentümer sowie Bewirtschafter frühzeitig in die Planungen einzubeziehen.

„Wir wollen, dass Ostfriesland Gewinner der Energiewende wird. Dafür brauchen wir aber Akzeptanz vor Ort. Diese entsteht nur, wenn Betroffene früh beteiligt, Eingriffe möglichst gering gehalten und unvermeidbare Belastungen fair ausgeglichen werden“, machte Thiele deutlich.

Ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs zwischen Thiele und den LHV-Vertretern war der Moor- und Bodenschutz. Die Reduzierung der CO₂-Emissionen aus Moorböden ist ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes. Gerade für Ostfriesland und die Küstenregion ist damit jedoch eine grundlegende Frage verbunden: Wie kann Moorbodenschutz gelingen, ohne landwirtschaftliche Familienbetrieben, die auf diesen Flächen wirtschaften, in ihrer Existenz zu bedrohen? Eine großräumige Wiedervernässung landwirtschaftlicher Flächen darf nach Thieles Auffassung nicht die Antwort sein. Es müsse der Grundsatz gelten: Moorbodenschutz gemeinsam mit den Eigentümern und Bewirtschaftern statt über ihre Köpfe hinweg. Freiwilligkeit, Eigentumsschutz, langfristig verlässliche Ausgleichsregelungen und wirtschaftlich tragfähige alternative Nutzungen müssten zentrale Voraussetzungen sein. Eine Überschlickung von bewirtschafteten Kohlenstoff-reichen Böden wäre eine sinnvolle Alternative, wie in dem Gespräch deutlich wurde. Der Moorkörper würde dauerhaft versiegelt und könne damit keine klimaschädlichen Gase mehr emittieren. Statt den Schlick aus der Ems zu verklappen, würde er zudem sicher gelagert. Und die landwirtschaftlichen Flächen würden zugleich ertragreicher. Eine solche Win-win-Situation sei eine sehr kluge und daher bedenkenswerte Alternative zu den Vernässungsplänen des Umweltministers, befand Thiele. Gleichzeitig sollten Forschung und Modellprojekte für moorschonende Bewirtschaftung weiterentwickelt werden. Neue Bewirtschaftungsformen seien aber nur dann eine echte Alternative, wenn für die erzeugten Produkte auch dauerhaft funktionierende Märkte und Wertschöpfungsketten entstehen.

Auch der „Masterplan Ems“ wurde thematisiert. Leistungsfähige und gut erreichbare Häfen und eine gesunde Ems seien für die Region von großer Bedeutung, so Thiele. In dem Gespräch wurde jedoch auch deutlich, dass bei den weiteren Planungen mögliche Auswirkungen auf die Hochwasserschutz- und Entwässerungssysteme sorgfältig untersucht und beachtet werden müssen. Gerade in den Marschgebieten sei eine funktionierende Entwässerung über Gräben, Siele und Schöpfwerke eine wesentliche Voraussetzung für die landwirtschaftliche Nutzung und für den Hochwasserschutz insgesamt. Die wirtschaftliche Entwicklung, der Schutz der Ems und der Schutz landwirtschaftlicher Produktionsbedingungen dürften deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Mit Blick auf den von der CDU Ostfriesland vorgeschlagenen Ostfrieslandplan 2.0 warben die LHV-Vertreter dafür, die Landwirtschaft stärker als Wirtschaftsfaktor der Region zu betrachten. Ostfriesland brauche eine Strategie, die Häfen, Energie, Industrie, Handwerk, Tourismus und Landwirtschaft miteinander verbindet. Dazu gehören neben der landwirtschaftlichen Urproduktion auch regionale Verarbeitung und Vermarktung, erneuerbare Energien, Direktvermarktung sowie neue Wertschöpfungsmöglichkeiten im ländlichen Raum.

„Unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind wichtige Produzenten unserer Nahrungsmittel, zugleich sind sie Arbeitgeber, Investoren und ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wertschöpfung. Schon der erste Ostfrieslandplan hat wichtige Ansätze für Innovationen in unserer Landwirtschaft aufgezeigt. Genau hier soll der Ostfrieslandplan 2.0 ansetzen auch für die Landwirtschaft Wege aufzeigen, sich positiv weiterzuentwickeln“, so Thiele weiter.

Ein weiterer Schwerpunkt war die zunehmende Konkurrenz um Flächen. Hafen- und Industrieentwicklung, Polder, Gewerbegebiete, Strom- und Wasserstoffleitungen, Windenergie, Photovoltaik, Kompensationsmaßnahmen und Moorbodenschutz können jeweils zusätzliche Flächenansprüche auslösen. Für einen einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb sei jedoch nicht entscheidend, aus welchem politischen oder wirtschaftlichen Grund eine Fläche verloren gehe. Entscheidend sei die Summe der Belastungen. Thiele sprach sich deshalb für ein stärker abgestimmtes regionales Flächenmanagement aus. Infrastrukturvorhaben sollten gebündelt, bereits versiegelte oder vorbelastete Flächen bevorzugt genutzt und Kompensationsmaßnahmen möglichst so gestaltet werden, dass zusätzliche Verluste hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen vermieden werden.

Die zentrale Botschaft des Austausches war, dass die Landwirtschaft bei den großen Veränderungen der kommenden Jahre nicht lediglich Betroffene sein darf. „Wir brauchen Klimaschutz und Klimafolgen-Anpassung, eine leistungsfähige Energie-Infrastruktur, starke Häfen und eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Aber der ländliche Raum darf dabei nicht zum Flächenreservoir für immer neue naturschutzfachliche Anforderungen werden. Wer die Landwirtschaft als Partner gewinnen will, muss Eigentum respektieren, wirtschaftliche Perspektiven erhalten und die Betriebe frühzeitig beteiligen. Das wird gerade bei rot-grün in Niedersachsen leider nicht immer bei der politischen Entscheidungsfindung bedacht“, so Thiele. Deshalb setze die CDU auf einen Ansatz, der Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung mit einer starken heimischen Landwirtschaft verbindet. „Transformation kann nur gemeinsam gelingen – mit den Menschen, die in der Region leben, wirtschaften und Verantwortung für ihre Flächen tragen“, so Thiele abschließend.

Thiele: Landkreis braucht Radwegeprogramm

CDU fordert Radweg bei Neubau der Brücke in St. Georgiwold

Weener/St. Georgiwold. Die notwendige Erneuerung der Brücke an der K 35 in St. Georgiwold muss genutzt werden, um auch die Voraussetzungen für den seit vielen Jahren geforderten Radweg entlang der Kreisstraße zu schaffen. Das forderten Vertreter der CDU Weener gemeinsam mit dem CDU-Landtags- und Kreistagsabgeordneten Ulf Thiele bei einem Ortstermin an der sanierungsbedürftigen Brücke.

Hintergrund ist die anstehende vollständige Erneuerung der Brücke an der K 35. Gleichzeitig fehlt in diesem Bereich weiterhin eine Radwegeverbindung, die vor Ort bereits seit vielen Jahren gefordert wird. Für die CDU steht deshalb fest: Wenn die Brücke ohnehin neu gebaut werden muss, darf die Radwegeführung bei der Planung nicht ausgeklammert werden. An dem Termin nahmen neben Thiele, Reinhard Schüür, Broer Wübbena-Mecima, Andreas Groen, die Vorsitzende der CDU Weener und Kreistagsabgeordnete Hildegard Hinderks sowie Gerd-Luiko Robbe teil.

„Der Neubau der Brücke ist unumgänglich. Da ist es doch folgerichtig, die Arbeiten des dringend benötigten Radweges mit in den Fokus zu nehmen. Deshalb muss beim Neubau der Brücke von Anfang an eine sichere Überquerungsmöglichkeit für den künftigen Radweg vorgesehen und baulich berücksichtigt werden“, fordert Hildegard Hinderks, Vorsitzende der CDU Weener, Kreistagsabgeordnete und Fraktionsgeschäftsführerin der CDU im Kreistag Leer.

Dabei geht es der CDU nicht allein um die Brücke. Der noch fehlende Abschnitt entlang der K 35 steht aus ihrer Sicht beispielhaft für mehrere Radwegeverbindungen im Landkreis Leer, die teilweise bereits seit langer Zeit gefordert werden, Leider mangelte es bisher an der Umsetzung.

Thiele fordert deshalb für die kommende Wahlperiode einen systematischeren Ansatz: „Wir brauchen im Landkreis Leer ein echtes Radwegebauprogramm. Wir müssen die vielen Lücken im Radwegenetz des Landkreises Schritt für Schritt schließen, insbesondere um die Verkehrssicherheit der Radfahrer zu erhöhen, und dafür bereits in der nächsten Wahlperiode verbindlich Planungs- und Finanzmittel bereitstellen.“

Gerade im ländlichen Raum seien sichere Radwege keine Komfortfrage, betont Thiele. Sie seien für Schülerinnen und Schüler, Berufspendler, ältere Menschen und den Alltagsverkehr ebenso wichtig wie für den Fahrradtourismus. Voraussetzung für Fortschritte sei allerdings, dass Projekte nicht erst dann planerisch angegangen würden, wenn kurzfristig Fördermittel zur Verfügung stünden.

„Wir müssen planungsreife Projekte in der Schublade haben, wenn sich Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen. Deshalb gehören Planung und Finanzierung des Radwegebaus dauerhaft in die Investitionsplanung des Landkreises“, so Thiele.

Für St. Georgiwold sei der nächste Schritt besonders naheliegend: Die jetzt notwendige Brückenerneuerung müsse so geplant werden, dass sie einem späteren durchgängigen Radweg nicht im Wege stehe, sondern ihn ermögliche, appellieren die Christdemokraten an den Landkreis Leer. Die CDU Weener will sich deshalb dafür einsetzen, dass die Radwegequerung bereits in die Planung des Ersatzneubaus aufgenommen wird.

Fordern, die notwendige Erneuerung der Brücke an der K 35 in St. Georgiwold mit der Planung für den künftigen Radweg zu verbinden (von links): Ulf Thiele MdL, Reinhard Schüür, Broer Wübbena-Mecima, Andreas Groen, Hildegard Hinderks und Gerd-Luiko Robbe. Foto: Wahlkreisbüro Ulf Thiele

CDU setzt mit Silke Kuhlemann und Ulf Thiele starkes Signal für Landtagswahl 2027

Kreisparteitag in Holtland mit klaren Zielen – Mehr Gestaltungsmöglichkeiten in den Kommunen, mehr Bildung, mehr Profil und Regierungsverantwortung

Holtland. Mit einem klaren Signal hat der CDU-Kreisverband Leer die Vorbereitungen für die niedersächsischen Landtagswahlen für den 26. September 2027 eingeläutet. Bei der Aufstellungsversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Holtland nominierten die Delegierten Silke Kuhlemann als Direktkandidatin für Leer-Borkum und Ulf Thiele als Direktkandidaten für den Wahlkreis Leer mit einem deutlichen Votum. Beide forderten einen politischen Wechsel und die Ablösung von Rot-Grün. 

Silke Kuhlemann erhielt mit 21 Ja-Stimmen alle der abgegebenen gültigen Stimmen, also 100 Prozent. Auch Ulf Thiele erhielt eine sehr breite Zustimmung bei der geheimen Wahl. Er konnte 87,9 Prozent der 34 Stimmberechtigten hinter sich vereinen. Konkret stimmten 29 mit Ja, drei votierten dagegen bei einer Enthaltung. Mit einem klaren Signal für Städte und Gemeinden. Denn Kuhlemann und Thiele sind stark in den Kommunalparlamenten und ihren Gremien Ostfrieslands verankert. In ihren Beiträgen forderten sie mehr Handlungsspielräume für die Kommunen. 

Zwei Nominierungen, ein klares Signal für Ostfriesland

Silke Kuhlemann tritt für den Wahlkreis Leer-Borkum an. Dazu gehören die Gemeinden Westoverledingen, Moormerland, Großefehn, Jemgum und Bunde sowie die Städte Weener und Borkum. Kuhlemann ist in Westoverledingen kommunalpolitisch verwurzelt und engagiert sich im Ortsrat Ihrhove, im Gemeinderat Westoverledingen und im Kreistag Leer. Beruflich bringt sie Erfahrungen als Kinderkrankenschwester, Gesundheitsmanagerin und Projektmanagerin mit. In ihrer politischen Arbeit setzt sie Schwerpunkte bei Jugend, Gesundheitsversorgung und wirtschaftlicher Entwicklung. Sie tritt zum zweiten Mal zur Landtagswahl an.

Ulf Thiele wurde von der CDU erneut für den Wahlkreis Leer nominiert. Dieser umfasst die Stadt Leer, die Gemeinden Uplengen, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn sowie die Samtgemeinden Hesel und Jümme. Thiele verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Landespolitik. Entsprechend gut kennt er die Strukturen und Entscheidungsprozesse. Bereits seit 2003 setzt er sich für die ostfriesischen Interessen im Niedersächsischen Landtag ein. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion sowie Bezirksvorsitzender der CDU-Ostfriesland. „Die bevorstehenden Wahlen sind enorm wichtig. Denn es geht um unsere Freiheit und unseren Wohlstand, indem wir in einem rohstoffarmen Land wieder stärker die Bildung in den Blick nehmen. Das gelingt nur mit einem politischen Wechsel und einer starken CDU“, so Thiele während seiner Bewerbungsrede. Er forderte aber auch eine spürbare Entlastung der Kommunen mit einer funktionierenden Verwaltung, wirtschaftliche Stärke und Innere Sicherheit. Eines seiner weiteren Ziele ist es, den Staat wieder einfacher, verlässlicher und handlungsfähiger zu gestalten. Das beinhalte auch eine stärkere finanzielle und administrative Entlastung der Kommunen, einen starken kommunalen Finanzausgleich sowie mehr Direktzuweisungen statt immer neuer Förderkulissen aus. Wirtschaftspolitisch hob Thiele besonders den Ostfrieslandplan 2.0 hervor. „So können wir Arbeit, Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven in der Region festigen und ausbauen“, so Thiele. Außerdem warb er für ein deutlicheres Profil der CDU.

„Mit Silke Kuhlemann und Ulf Thiele hat die CDU im Landkreis Leer zwei starke, vor Ort verankerte und inhaltlich profilierte Kandidaten nominiert. Beide stehen für Nähe zu den Menschen, kommunale Erfahrung und den festen Willen, unsere Heimat mit starker Stimme in Hannover zu vertreten“, betonte Melanie Nonte, Kreisvorsitzende des CDU-Kreisverbandes Leer. Silke Kuhlemann erklärte: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Delegierten. Ich will den Wahlkreis Leer-Borkum mit ganzer Kraft vertreten – nah bei den Menschen, klar in der Sache und mit einem starken Blick auf Gesundheitsversorgung, Jugend, wirtschaftliche Entwicklung und gute Lebensbedingungen in unserer Region.“ Ulf Thiele unterstrich ein klares Ziel: „Niedersachsen braucht den politischen Wechsel. Die Menschen haben einen Anspruch auf Verlässlichkeit, nachvollziehbare Entscheidungen und klare Verantwortungen. Und unsere Kommunen brauchen mehr Luft zum Atmen – mit weniger Bürokratie, mehr Vertrauen und einer besseren finanziellen Ausstattung“, so Thiele. 

Einen breiten Raum nahm das Thema Innere Sicherheit an diesem Abend ein. Dazu setzte Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der DPolG-Bundespolizeigewerkschaft Akzente. Ostermann war auf Einladung der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann gekommen und warb für einen handlungsfähigen Rechtsstaat, klare politische Rückendeckung für Polizei und Einsatzkräfte sowie für eine konsequente Durchsetzung des Rechts. Es gab viele Fragen aus der Versammlung. Ein Zuhörer thematisierte die Angriffe auf Sicherheits- und Rettungskräfte. Dazu Ostermann: „Unsere Sicherheits- und Rettungskräfte im Haupt- und Ehrenamt haben Respekt, Wertschätzung und Anerkennung verdient. Wer sie angeht, greift unseren Staat und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung an“. 

Thiele: „Die neuen verkehrsgünstigen Gewerbeflächen sind wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Zukunft Leers“

Eröffnung der Erweiterung an der Benzstraße – Thiele vermittelte 11,7 Millionen Euro Förderung Erschließung trotz herausfordernder Bodenverhältnisse –Wichtige Grundlage für weitere Gewerbeflächen

Der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (CDU) hatte großen Anteil an der Erweiterung des Leeraner Gewerbegebietes Benzstraße. Gemeinsam mit dem Bürgermeister Claus-Peter Horst und zahlreichen Ehrengästen durchschnitt er das rote Band. Denn nach der Vermittlung einer Landesförderung konnte der moorige Boden ausgetauscht werden.

Leer. Grünes Licht für ein Sahnestück der Leeraner Wirtschaftsentwicklung: Nach langer Vorbereitung ist die rund 12,5 Hektar große Gewerbefläche an der A31 an der Benzstraße nun freigegeben. Die schwierigen Bodenverhältnisse auf dem Mooruntergrund machten die Erschließung aufwendig und teuer. Entscheidende Unterstützung kam vom Land Niedersachsen – besonders dank des Einsatzes des CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele, der sich intensiv für diese Fläche mit großem Potenzial im damals CDU-geführten Wirtschaftsministerium starkgemacht hatte.

„Eine wirtschaftlich starke Stadt braucht Platz für Unternehmen, die investieren, sich ansiedeln oder ihren bestehenden Betrieb erweitern wollen. Genau dieser Platz hat Leer über viele Jahre gefehlt. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche Zukunft unserer Kreisstadt, dass die Stadt jetzt endlich wieder eigene Gewerbeflächen anbieten kann“, erklärte Thiele bei der Eröffnung. 

Eine entscheidende Voraussetzung für die Realisierung sei die Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gewesen. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse wären die Erschließungskosten ohne öffentliche Unterstützung kaum zu wirtschaftlich vertretbaren Grundstückspreisen darstellbar gewesen. Im Jahr 2022 wurde schließlich eine Förderung von rund 11,7 Millionen Euro ermöglicht.

Bevor Thiele gemeinsam mit dem Bürgermeister Claus-Peter Horst und weiteren Ehrengästen die Schere zum Durchschneiden des roten Bandes in die Hand nahm, erinnerte er ausdrücklich an den damaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und seinen damaligen Staatssekretär Dr. Berend Lindner.

„Bernd Althusmann hat die politische Unterstützung für das Vorhaben gegeben und damit eine entscheidende Voraussetzung für die Realisierung geschaffen. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie intensiv Berend Lindner als Staatssekretär im Hintergrund daran mitgewirkt hat, die offenen Fragen zu klären und den Weg für einen erfolgreichen Förderantrag freizumachen. Dafür bin ich beiden bis heute sehr dankbar“, so Thiele.

Auch er selbst habe seinerzeit intensiv daran gearbeitet, Stadt und Wirtschaftsministerium zusammenzubringen: „Mir war wichtig, dass aus dem lange bestehenden Bedarf endlich ein realisierbares Projekt wird“, so Thiele. In Gesprächen mit der Stadt wurde damals betont, dass eine Erschließung so teuer geworden wäre, dass Quadratmeterpreise von rund 200 Euro kalkuliert werden müssten. Das sei nur in Metropolregionen realisierbar, nicht aber in kleinen Städten wie beispielsweise Leer. „Um das Vorhaben an dieser äußerst verkehrsgünstigen Lage dennoch zum Erfolg zu führen, habe ich damals an einigen Stellen die Fäden zusammengeführt, die Gespräche zwischen Stadt und Ministerium unterstützt und dafür geworben, gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden. Dass dies gelungen ist, zeigt, was möglich ist, wenn Kommune und Land gemeinsam an einem Strang ziehen“, machte Thiele deutlich. 

Die GRW-Förderung bringe allerdings auch Einschränkungen bei der Vermarktung der Grundstücke mit sich. Förderrechtlich sollen die Flächen vorrangig GRW-förderfähigen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Dadurch könnten bestimmte überwiegend regional tätige Gewerke und Branchen auf den jetzt erschlossenen Flächen nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt werden.

„Das ist die Kehrseite der Förderung, die die Erschließung dieses schwierigen Geländes wirtschaftlich überhaupt erst möglich gemacht hat. Gerade deshalb müssen wir bei der weiteren Gewerbeflächenentwicklung auch diejenigen heimischen Unternehmen im Blick behalten, die aufgrund der Förderbedingungen hier nicht zum Zuge kommen können“, erklärte Thiele.

Umso wichtiger sei deshalb der Blick auf die bereits in Planung befindliche weitere Erweiterung des Gewerbegebietes im Rahmen des Bebauungsplans Nr. 236.

„Der heutige Tag ist für mich deshalb nicht der Schlusspunkt der Gewerbeflächenentwicklung an der Benzstraße. Mit der Erschließung des B-Plans 205 wird zugleich eine wichtige infrastrukturelle Grundlage für die weitere Entwicklung dieses Gewerbestandortes geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent fortzusetzen“, betonte Thiele.

Für die weitere Erweiterung bestehe die Chance, Finanzierung und Vermarktung so zu gestalten, dass dort auch Betriebe eine Perspektive erhalten, die aufgrund der GRW-Vorgaben im jetzigen Erschließungsabschnitt nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt werden können.

„Gerade unsere heimischen Handwerks- und Gewerbebetriebe brauchen Erweiterungsmöglichkeiten. Wer seit vielen Jahren in Leer Arbeitsplätze schafft, junge Menschen ausbildet, investiert und Gewerbesteuer zahlt, muss auch die Chance bekommen, in Leer weiter zu wachsen. Deshalb sollten wir bei der nächsten Erweiterung von Beginn an darauf achten, möglichst große Handlungsspielräume für diese Betriebe zu erhalten“, so Thiele.

Der Abgeordnete sieht deshalb die Entwicklung des heutigen Gebietes und die weitere Planung im Zusammenhang: „Die Landesförderung hat nicht nur dazu beigetragen, dass wir heute diese neuen Gewerbeflächen eröffnen können. Mit der jetzt geschaffenen Erschließung entsteht zugleich eine wesentliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Standortes. Diese Chance sollten wir nutzen.“

Für Leer sei eine kontinuierliche Gewerbeflächenentwicklung von strategischer Bedeutung. Als Kreisstadt und wirtschaftliches Zentrum der Region müsse Leer dauerhaft über ein ausreichendes und möglichst vielfältiges Angebot an Flächen verfügen.

„Wir wollen neue Unternehmen für Leer gewinnen. Aber genauso müssen wir den Unternehmen, die hier seit vielen Jahren erfolgreich sind, Raum für ihre weitere Entwicklung geben. Neue Ansiedlungen und Wachstum des heimischen Mittelstandes gehören zusammen.“

Thiele abschließend:

„Dass Leer endlich wieder eigene Gewerbeflächen anbieten und damit wirtschaftlich weiterwachsen kann, war mir von Anfang an ein großes Anliegen. Ich freue mich deshalb sehr über die heutige Eröffnung. Sie ist ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Leer – und zugleich der Auftrag, bei der weiteren Gewerbeflächenentwicklung jetzt konsequent den nächsten Schritt zu gehen.“

Thiele bei Wein Wolff: Ostfriesische Tradition, neue Ideen – und zu viel Bürokratie

Leer. Wie entstehen eigentlich neue Spirituosen, die zur Region und zum Geschmack der Menschen in Ostfriesland passen? Dieser Frage ist der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele bei einem Besuch des Leeraner Traditionsunternehmens Wein Wolff nachgegangen. Gemeinsam mit Geschäftsführer und Sommelier Jan Wolff und Destillateur Stefan Mennenga sprach Thiele über die Entwicklung neuer Produkte, regionale Geschmacksunterschiede und die Verbindung von jahrhundertealter Erfahrung mit neuen Ideen.

Dabei blieb es nicht bei der Theorie. Mennenga, der bei Wein Wolff neue Spirituosen entwickelt und bestehende Rezepturen weiterführt, gab Einblicke in die Arbeit mit Kräuterauszügen, Aromadestillaten und unterschiedlichen Ansätzen. Auch eine Verkostung gehörte zum Besuch. „Hier steckt unglaublich viel Erfahrung, handwerkliches Können und Gespür für die Region in jeder Flasche. Besonders spannend fand ich, wie genau Jan Wolff und Stefan Mennenga wissen, welche Geschmacksrichtungen in Ostfriesland gefragt sind – und dass sich die Vorlieben teilweise sogar von Ort zu Ort unterscheiden“, sagte Thiele.

Die Herstellung eigener Spirituosen gehört seit Generationen zum Unternehmen. Einige Rezepturen werden bereits seit mehr als 100 Jahren verwendet und innerhalb der Familie weitergegeben. Gleichzeitig entstehen immer wieder neue Produkte und Produktlinien, die traditionelle ostfriesische Geschmacksrichtungen mit neuen Ideen verbinden. „Das ist für mich ein schönes Beispiel dafür, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sind. Wer seine Wurzeln kennt, kann daraus auch etwas Neues entwickeln“, so Thiele.

Wie tief diese Wurzeln reichen, wurde bei einem Rundgang mit Jan Wolff durch das historische Haus Samson deutlich. Das Gebäude in der Leeraner Altstadt stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt neben dem Stammgeschäft und der Verwaltung ein Museum mit einer umfangreichen Sammlung ostfriesischer Wohnkultur. Seit 2007 befinden sich das Haus Samson und die Sammlung im Besitz der Hilke und Fritz Wolff Stiftung. Die weitläufigen, teilweise rund 400 Jahre alten Kellergewölbe unter den Häusern in der Rathausstraße werden bis heute für die Lagerung von Wein genutzt.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in das Jahr 1800 zurück. Heute führt Jan Wolff den Familienbetrieb in siebter Generation. Mehr als 1.000 verschiedene Weine gehören zum Sortiment, daneben werden zahlreiche ostfriesische Spirituosen in Leer selbst hergestellt. Produktion, Handel, Filialgeschäft und Online-Versand greifen dabei ineinander.

Gerade dieser Blick auf einen traditionsreichen und zugleich modernen mittelständischen Betrieb machte für Thiele deutlich, welche praktischen Folgen neue gesetzliche Vorgaben haben können. Im Gespräch mit Jan Wolff ging es deshalb auch ausführlich um die zunehmenden Belastungen durch europäische Regelungen für Handel und Online-Versand.

„Die EmpCo-Richtlinie gegen Greenwashing und die neue EU-Verpackungsverordnung stellen kleine Unternehmen, den Mittelstand und Versandhändler vor erhebliche zusätzliche Anforderungen. Mehr Verbraucherschutz und weniger Verpackungsmüll sind grundsätzlich richtige Ziele. Entscheidend ist jedoch, dass die Umsetzung rechtssicher, praxistauglich und mittelstandsfreundlich erfolgt“, sagte Thiele. Gerade kleine Betriebe und Online-Händler benötigten klare Regeln statt neuer Bürokratiefallen. „Wer Nachhaltigkeit ehrlich kommuniziert oder Waren ins EU-Ausland liefert, darf nicht durch unklare Vorgaben, zusätzliche Registrierungspflichten und Abmahnrisiken ausgebremst werden.“

Mit der Umsetzung der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 werden die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen deutlich verschärft. Die neuen Regelungen sind ab dem 27. September 2026 anzuwenden. Allgemeine Umweltaussagen wie „klimafreundlich“, „grün“ oder „nachhaltig“ werden künftig nur noch unter deutlich strengeren Voraussetzungen zulässig sein. Unternehmen müssen deshalb ihre Werbung, Produktinformationen, Verpackungen und Online-Auftritte überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Problematisch ist aus Sicht Thieles insbesondere, dass für bereits produzierte Verpackungen und Warenbestände keine ausreichende rechtssichere Aufbrauch- oder Abverkaufsfrist vorgesehen ist. „Es kann nicht nachhaltig sein, rechtmäßig produzierte Verpackungen oder sogar Waren vernichten zu müssen, nur weil sich zwischenzeitlich die gesetzlichen Anforderungen geändert haben. Deshalb unterstütze ich die Forderung nach einer mindestens einjährigen Abverkaufsfrist für vorhandene Bestände“, erklärte Thiele. Ebenso müsse sichergestellt werden, dass etablierte unabhängige Verbrauchertests und seriöse Standards nicht unbeabsichtigt unter pauschale Verbote fallen oder neue Abmahnrisiken entstehen.

Eine weitere Herausforderung ist die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die seit dem 12. August 2026 gilt. Sie bringt insbesondere beim grenzüberschreitenden Versand zusätzliche Pflichten mit sich. Wer verpackte Waren unmittelbar an Endverbraucher in anderen EU-Mitgliedstaaten liefert, muss dort grundsätzlich die jeweiligen Vorgaben der erweiterten Herstellerverantwortung erfüllen und einen Bevollmächtigten benennen. Damit können zusätzliche Registrierungs-, Melde- und Kostenpflichten verbunden sein.

Für kleine Online-Händler kann der Aufwand im Verhältnis zu wenigen Lieferungen in einzelne EU-Staaten erheblich sein. Im schlimmsten Fall entsteht deshalb ein wirtschaftlicher Anreiz, Kunden in anderen Mitgliedstaaten gar nicht mehr zu beliefern.

„Wenn kleinere Online-Händler ihren Versand in andere EU-Staaten einstellen, weil sich einige wenige Pakete wegen der damit verbundenen Bürokratie nicht mehr rechnen, läuft etwas grundsätzlich falsch. Das widerspricht dem Gedanken des europäischen Binnenmarktes“, bekräftigte Thiele. „Wir brauchen deshalb schnell eine mittelstandsfreundliche Korrektur. Dazu gehören insbesondere eine deutlich einfachere Regelung der Bevollmächtigtenpflicht und sinnvolle Ausnahmen oder Erleichterungen für kleine Unternehmen und geringe Versandmengen.“

Im Anschluss an das Gespräch hat Thiele direkt Kontakt mit den Abgeordneten des Europäischen Parlamentes Jens Gieseke aus dem Emsland und David McAllister aus dem Landkreis Cuxhaven aufgenommen. Beide versicherten, dass die Fraktion der Europäischen Volkspartei im Parlament und auch sie persönlich sich für eine schnelle Lösung einsetzen. Ziel sei es, die jetzt von der Kommission in Kraft gesetzte Richtlinie schnellstmöglich außer Kraft zu setzen und dann mittelstandsfreundlich zu überarbeiten. Die Folgewirkung der jetzt in Kraft gesetzten EmpCo-Richtlinie sei nicht im Sinne der EVP-Fraktion und entspreche nicht den politischen Vorgaben des Parlaments.

Thiele erklärte abschließend zu seinem Besuch bei Wein Wolff, dieser habe ihm zwei Seiten erfolgreichen Mittelstands aufgezeigt: „Hier wird seit mehr als zwei Jahrhunderten unternehmerische Tradition bewahrt und gleichzeitig ständig etwas Neues entwickelt. Genau solchen Betrieben sollten wir den Rücken freihalten. Europa muss ihnen den Zugang zum Binnenmarkt erleichtern – und darf ihn nicht mit neuer Bürokratie erschweren.“

Foto: Wie und wo entstehen bei Wein Wolff eigentlich die vielen Kreationen neuer Spirituosen? Der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (CDU) schaute hinter die Kulissen des ostfriesischen Traditionsunternehmens in der Leeraner Altstadt. Neue europäische Vorgaben erschweren allerdings den Handel im Binnenmarkt. Unser Foto zeigt (von links) den Geschäftsführer und Sommelier Jan Wolff, den Landtagsabgeordneten Ulf Thiele und Destillateur Stefan Mennenga. Foto: Wahlkreisbüro Ulf Thiele

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