Thiele: Minister muss notwendige Gespräche mit benachbarten Kliniken zeitnah und persönlich führen
Hannover/Leer/Weener. „Es geht um die medizinische Grundversorgung in Ostfriesland“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele. Mit einem Schreiben fordert er den niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi auf, nun endlich die lange angekündigten Entscheidungen zugunsten des Krankenhauses Rheiderland in Weener und des Klinikums Leer herbeizuführen.
Dabei geht es nach Thieles Worten um zwei für die Gesundheitsversorgung zentrale Vorhaben in Ostfriesland: Zum einen um die Umwandlung des Krankenhauses Rheiderland in ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie mit zunächst 66 Betten für Suchtkrankheiten und Psychiatrie, zum anderen um den Aufbau einer eigenen neurologischen Abteilung mit Schlaganfall-Spezialstationen (Stroke Units) im Klinikum Leer.
„Mit großer Verwunderung nehmen viele Menschen in unserer Region zur Kenntnis, dass sich beide Vorhaben in der aktuellen Fortschreibung des Krankenhausplans des Landes Niedersachsen nicht wiederfinden“, erklärt Thiele. „Das ist umso unverständlicher, weil Minister Philippi bei seinen Besuchen vor Ort für beide Projekte ausdrücklich Unterstützung zugesagt hat.“
Nach Thieles fester Überzeugung ist die Weiterentwicklung des Krankenhauses Rheiderland medizinisch wie strukturell gut begründet. Für den Landkreis Leer bestehe ein klarer Bedarf an stationären psychiatrischen Betten. Zudem entfernten sich bestehende Angebote räumlich eher weiter von der Region, statt näher an die Menschen heranzurücken. „Deshalb ist die Weiterentwicklung des Standortes Weener zu einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie sinnvoll und notwendig“, so Thiele.
Auch der Aufbau einer neurologischen Abteilung mit Stroke Units im Klinikum Leer ist aus Sicht des CDU-Landtagsabgeordneten von hoher Bedeutung für die Versorgung im Landkreis. „Wir führen diese Debatte jetzt schon viel zu lange. Gerade bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Eine wohnortnahe, leistungsfähige neurologische Versorgung kann entscheidend dafür sein, Leben zu retten und schwere gesundheitliche Folgen zu vermeiden“, betont Thiele. Die geplanten neurologischen Kapazitäten in Leer würden die medizinische Qualität und die Versorgungssicherheit in der gesamten Region deutlich stärken.
Thiele mahnte, dass es in beiden Fällen nicht um abstrakte Planungsfragen gehe, sondern um die konkrete gesundheitliche Versorgung der Menschen in Ostfriesland. „Unsere Region ist auf verlässliche, erreichbare und leistungsfähige Krankenhausstrukturen angewiesen. Das gilt für die psychiatrische Versorgung genauso wie für die Schlaganfallbehandlung“, so Thiele. In seinem Schreiben an Minister Philippi fordert er deshalb, die angekündigten und bislang ausgebliebenen Entscheidungen nun unverzüglich herbeizuführen. „Der öffentlich in Aussicht gestellte Zeithorizont ist längst überschritten. Die Menschen in unserer Region haben ein berechtigtes Interesse an Klarheit, Verlässlichkeit und Umsetzung“, so Thiele.
Abschließend appelliert der CDU-Politiker an den Landesgesundheitsminister, seiner öffentlichen Zusage jetzt auch konkrete Taten folgen zu lassen: „Wer vor Ort Unterstützung zusagt, muss diese Unterstützung am Ende auch in der Krankenhausplanung und notfalls durch Ministerentscheidungen einlösen. Ostfriesland braucht jetzt keine weiteren Verzögerungen, sondern endlich positive und abschließende Entscheidungen für das Krankenhaus Rheiderland und das Klinikum Leer.“ Er habe den Minister aufgefordert, dafür notwendige Gespräche mit benachbarten Kliniken zur Vermeidung von Klageverfahren unter Hinweis auf das erhebliche finanzielle Engagement des Landes dort, zeitnah und persönlich zu führen. Das Land müsse jetzt, nachdem man immer wieder mit Ankündigungen vertröstet wurde, endlich im Sinne der Krankenhausstandorte und der Patienten
in der Region zu positiven und abschließenden Entscheidungen kommen, erklärte Thiele.
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