Ostfriesland kann Drehkreuz für Wasserstoff werden

Ostfriesland soll zu einem wichtigen Drehkreuz bei der Versorgung von grünem Wasserstoff werden. Nach Worten des Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Ulf Thiele (Stallbrüggerfeld), will ein Konsortium um den Energiedienstleister EWE mehrere Hundertmillionen Euro investieren. Dafür sei jedoch die Unterstützung des Bundes und des Landes erforderlich.

Die Endlichkeit von fossilen Rohstoffen mit ständig steigenden Preisen, aber auch die Klimakrise treiben seit Jahren Forschung, Unternehmen und Politik um. Das Ergebnis: Immer mehr Autos fahren mit Strom. Chemie- und Stahlindustrie suchen nach Alternativen zu Öl und Gas und entdecken den Wasserstoff als Energieträger oder Produktionsstoff und auch für Lastwagen, Busse oder gar Züge, also schwerere und größere Verkehrsmittel wird Wasserstoff zu einer Treibstoff-Alternative. Da kommt nun Ostfriesland mit einer hervorragenden Infrastruktur, insbesondere Gaskavernen von der EWE, ins Spiel. Denn dort könnte künftig grüner Wasserstoff gespeichert werden, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde und von dort aus in Norddeutschland über das EWE-Netz zu den Abnehmern transportiert wird.

„Unsere gemeinsamen Anstrengungen der letzten Jahre von Forschung, Wirtschaft und Politik zahlen sich nun aus und Ostfriesland kann ein Leuchtturmprojekt der Energiewende darstellen und damit Drehkreuz für den grünen Wasserstoff werden“, sagt Ulf Thiele. Das Projekt mit dem Namen “Clean Hydrogen Coastline“ verfolgt eben dieses Ziel und nimmt inzwischen konkrete Formen an: Grüne Wasserstoffproduktion in Ostfriesland in Verbindung mit Kavernenspeichern sollen Industrie- und Verkehrsanwendungen versorgen. Als wichtiger Baustein für diese technische Transformation startet der hiesige Energiedienstleister EWE nach Worten von Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE Gasspeicher GmbH, ein Mammutprojekt, bei dem auch der 1980 in Betrieb gegangene unterirdische Gasspeicher mit seinen insgesamt sieben Kavernen in Nüttermoor für die Lagerung von Wasserstoff genutzt werden könnte. Dies erläuterte er, gemeinsam mit Alexander Malchus, Beauftragter Kommunales der EWE AG, und Jan Mechelhoff (Abteilung Betrieb der EWE Gasspeicher GmbH) Ulf Thiele bei einem Ortstermin auf dem Gaskavernen-Gelände in Nüttermoor.

Hinter dem Vorhaben steht nach Auffassung von Ulf Thiele ein schlüssiges Konzept. Dieses verfolgt das erklärte Ziel, die niedersächsische Küstenregion bis 2026 zur ersten Wasserstoffregion Europas zu machen. „Das Projekt hat das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um aus Ostfriesland heraus mittelfristig den gesamten Nordwesten Deutschlands mit Wasserstoff zu versorgen. Damit kann auch ein Beitrag geleistet werden, um unsere Energie- und Rohstoffversorgung unabhängiger von Russland zu machen“, beurteilt Ulf Thiele das Vorhaben auch energiepolitisch sehr positiv und sagte daher seine Unterstützung zu den laufenden Abstimmungsgesprächen zwischen Landesregierung, Bundesregierung und EU-Kommission über die notwendigen Fördermittel des Bundes und des Landes zu, die in absehbarer Zeit zum Abschluss gebracht werden müssen. Dort laufen aktuell Verhandlungen, um die Gesamtfinanzierung der sog. europäischen „IPCEI-Hydrogen“ Projekte sicherzustellen, zu denen auch das „Clean Hydrogen Coastline“ Projekt des EWE-geführten Konsortiums gehört.

„Allein 16 der 62 europäischen ICPEI-Projekte berühren Niedersachsen ganz oder teilweise. Daher setzt sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann aktuell dafür ein, die Regeln für die Kofinanzierung von Wasserstoffprojekten zu ändern. Bisher ist vorgesehen, dass die Länder einen Anteil von 30 Prozent an den Investitionen als Eigenmittel aufbringen können, der Bund trägt dann 70 Prozent. „Gerade mit Blick auf die geplanten Wasserstoff-Pipelines sollte der Bund ein Zeichen setzen und einen höheren Beitrag leisten. Niedersachsen wird die hohen erforderlichen Summen für die Transportinfrastruktur der 16 Projekte nicht aufbringen können. Von dieser Infrastruktur werden zudem am Ende viele andere Bundesländer profitieren. Dieses Vorhaben hat eine nationale Dimension“, so Ulf Thiele. Daher müsse der Bund hier mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig sei er aber überzeugt, dass Niedersachsen „Wasserstoffland Nummer eins“ werden könne und Ostfriesland das Potenzial habe, dafür einen wesentlichen Beitrag zu leisten und zu profitieren“, sagt Thiele. Die Weichenstellungen hierfür müssten in den kommenden Wochen erfolgen. Thiele lobte die Innovationsbereitschaft des hiesigen Anbieters. „Wir sind froh, dass die Erforschung dieser neuen Energieträger schon sehr früh in den Blick genommen haben, denn der Ukraine-Krieg führt uns vor Augen, dass wir Unabhängig von fossilen Energieträgern anderer Staaten werden müssen“, so Thiele abschließend.

Hintergrund:
Für das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ soll in neuen Elektrolyse-Anlagen mit bis zu 400 Megawatt Leistung grüner Wasserstoff erzeugt werden, der durch den Leitungsumbau und Neubau von EWE NETZ in Nordwestdeutschland verteilt werden kann. Die Speicherung soll in den unterirdischen Kavernen in Leer-Nüttermoor erfolgen. Die Gesamtinvestition wird nach aktuellen Schätzungen ein Volumen von mehr als einer halben Milliarde Euro haben.
Die Präsentation der EWE Gasspeicher GmbH für den Termin mit Ulf Thiele ist der Pressemitteilung beigefügt.

Präsentation: IPCEI Clean Hydrogen Coastline

Der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (CDU, links im Bild) ließ sich von Vertretern der EWE das Wasserstoffprojekt des EWE-Konsortiums in Ostfriesland und die Pläne zur WasserstoffSpeicherung in den Kavernenspeichern am Standort Leer-Nüttermoor erläutern. Rechts neben ihm sind hier zu sehen: Dietmar Bücker (Konzernkommunikation EWE AG), Alexander Malchus, (Politische Angelegenheiten EWE AG), Peter Schmidt (Geschäftsführer EWE Gasspeicher GmbH) und Jan Mechelhoff (Abteilung Betrieb der EWE Gasspeicher GmbH). 


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