Leer. Weites Grünland und tiefe blau-graue Wolken stehen in Logabirum mehreren überdimensionalen Produktionshallen gegenüber. Dort, in der Firmengruppe Logaer Maschinenbau (LMB), arbeiten rund 200 Menschen mit viel Know-how an der vielzitierten Energiewende. Der Markt ist hart umkämpft, wie der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele während eines Besuches einmal mehr zu hören bekam. Begleitet wurde er von Alexander Malchus (Mittelstandsvereinigung) und Julia Malchus (CDU Stadtverband Leer).
„Unsere unterschiedlichen Hallengrößen verdeutlichen schon, dass die Komponenten, die wir fertigen, immer größer werden“, sagt der Geschäftsführer Gerhard Müller. Eine Portal-/ Dreh- und Fräsmaschine von der Größe eines Einfamilienhauses unterstreicht dies gleich noch einmal. Während des Rundgangs durch die Werkshallen wird deutlich, dass hier allerhöchste Präzision von den Mitarbeitern erwartet werden muss. Denn die Bauteile für Windenergieanlagen unterliegen extremen Umweltbedingungen wie hohen Drücken, Vibrationen, Rotationskräften und Temperaturschwankungen. Zum Teil werden die Komponenten in Serie gefertigt, aber vor allem bei Spezialanfertigungen wird der LMB sehr häufig angefragt.
Dennoch ist der Wettbewerb extrem hart. „Wir bewegen uns hier auf internationalem Parket. Das heißt, wir müssen mit Konzernen aus aller Welt, insbesondere aus dem Asiatischen Raum konkurrieren, die teils staatlich subventioniert werden“, sagt Thomas Otten, der als kaufmännischer Geschäftsführer mit Gerhard Müller das Unternehmen führt. „Die Produktion ist in Deutschland aufgrund hoher Lohn- und Lohnnebenkosten, hoher Umwelt- und Sicherheitsstandards aber auch wegen der ausufernden Bürokratie sehr anspruchsvoll“, sagt Otten. Dabei nennt er beispielsweise die Genehmigungsprozesse bei Schwerlasttransporten. Selbst wenn alle erforderlichen Erlaubnisse vorliegen, kann es sein, dass ein Transport wegen einer kurzfristigen Baustelle ins Stocken gerät und irgendwo in Deutschland für mehrere Tage stillsteht. Dann muss das gesamte Genehmigungsverfahren neu durchlaufen werden. Auch bei anderen Vorhaben des Unternehmens dauere es deutlich zu lange, bis die nötigen Genehmigungen der Behörden vorlägen. „Alle reden vom Bürokratieabbau. Langsam muss mal geliefert werden“, entgegnete Thiele im Gespräch mit Otten und Müller. Als Beispiel für den schleppenden Bürokratieabbau nannte er die 80 Vorschläge der kommunalen Spitzenverbände an die rot-grüne Landesregierung aus dem Frühjahr 2025, von denen bis heute nicht ein einziger Vorschlag umgesetzt worden sei.
Stolz sind die Geschäftsführer von Logaer Maschinenbau auf die Innovationskraft des Unternehmens. „Die Windenergie-Technologie ist in einem stetigen Wandel. Das Tempo müssen wir mitgehen und unseren Mitbewerbern möglichst immer einen Schritt voraus sein. Daher arbeiten wir ständig daran, unsere Produktionsprozesse zu verbessern und innovative Lösungen zu entwickeln. Das ist unsere Stärke“, so LMB-Geschäftsführer Müller.
Er machte deutlich, dass Logaer Maschinenbau eine sehr hohe Fachkraftquote habe. Auch dies sei eine Herausforderung, da Mitarbeiter mit den benötigten Qualifikationen selten verfügbar seien am freien Markt und daher über Jahre selbst für die hochkomplexen Anforderungen ausgebildet werden müssen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Arbeits- und Fachkräftebedarfs könne sich Niedersachsen eine Schulabbrecherquote von über 15 Prozent nicht leisten, stimmte Thiele zu. Kultusministerin Hamburg müsse endlich gegensteuern und mehr in höhere Bildungsqualität, mehr Schulsozialarbeit und bessere Unterrichtsversorgung investieren. „Es darf kein Kind verloren gehen.“ Besonders betroffen bei den Schulabbrechern in Niedersachsen seien Jungen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund. Wir benötigen gezielte Konzepte mit mehr Praxisbezug, verbindlicher Sprachförderung und individueller Begleitung“, so der Landtagsabgeordnete. Sprache sei der Schlüssel für Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe. Das nütze dann auch Unternehmen wie LMB mit hohem Fachkräftebedarf.
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