„Diese Ungerechtigkeit schreit zum Himmel“ – VW-Zukunftspakt: Arbeitsplatzverlust in Emden eine „bittere Pille“

23. November 2016

Emden/Ostfriesland, 23. November 2016.- Den bisher bekannten Verlust von 300 Arbeitsplätzen von Zeitarbeitnehmern im Emder VW-Werk im
Zuge des VW-Zukunftspaktes hat der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele, als „bittere Pille für Ostfriesland“ bezeichnet. Diese werde auch durch die Zusage, im Emder Werk ab 2019 ein 4. Modell zu bauen, nicht ausgeglichen. „Ich hoffe aber, dass es wirklich nur diese 300 Stellen sind und sich deren Zahl nicht noch erhöht“, ergänzte der Abgeordnete. Er habe auch durchaus schon von höheren Zahlen gehört, „aber sicher und belastbar ist im Moment wohl keine Angabe“. Geplant ist deutschlandweit nach bisherigem Kenntnisstand ein Abbau von 23.000 Stellen, von diesen allerdings nach Aussagen von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) allein 17.500 in Niedersachsen. Weil ist Mitglied im VW-Aufsichtsrat „und müsste von daher über konkrete Planungen für konkrete Standorte mehr wissen“.
Ulf Thiele bedauerte, dass die zukunftsträchtige Batterie-Entwicklung und -Fertigung für die neue Generation der Elektromobilität nicht, wie von der Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Modder öffentlichkeitswirksam gefordert, nach Emden gehe, sondern nach Salzgitter. „Auch das ist bitter für
Ostfriesland“, so der CDU-Abgeordnete weiter.
Ulf Thiele äußerte Verständnis dafür, dass der Konzern sich neu aufstellen müsse. „Volkswagen muss effizienter werden und führend in den zukunftsfähigen Antriebstechnologien werden. Dafür ist ein Umbau sicher notwendig“, so der CDU-Landtagsabgeordnete. Der Abgeordnete erinnerte aber auch an den Abgasskandal, für den VW in den USA unter anderem 14 Milliarden Dollar als Entschädigung an die Besitzer betroffener Fahrzeuge zahlen muss: „Den Preis dafür zahlen jetzt die Beschäftigten am Band, aber nicht die in der Vorstandsetage.“
Es sei enttäuschend, dass der Aufsichtsrat mit Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Lies jetzt diese Zumutungen für die Mitarbeiter abgenickt, zuvor jedoch keine Einschnitte bei den Managerboni durchgesetzt habe. „Diese Ungerechtigkeit schreit zum Himmel! Für welchen unternehmerischen Erfolg überhaupt bei VW noch Bonuszahlungen geleistet werden, ist mir absolut ein Rätsel“, so der CDU-Politiker. „Wenn gespart werden muss, dann bitte auf allen Ebenen und nicht nur bei denen, die ohnehin am wenigsten bekommen, den Leiharbeitern aus dem VW-Tochterunternehmen“, findet Ulf Thiele. „Das hat auch etwas mit Anstand zu tun.“


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