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Hannover/Ostfriesland, 18. November 2016. – Unter der Überschrift ‚Das Werk des Orgelbauers Arp Schnitger bewahren und würdigen‘ wollen die
vier im Niedersächsischen Landtag vertretenen Fraktionen von CDU. FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen, dass die Arp-Schnitger-Orgeln möglichst in die Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO aufgenommen werden. „Das ist auch für Ostfriesland eine wichtige Initiative“, ist sich der CDULandtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele, sicher. Denn zwei der weltweit noch rund 30 erhaltenen Orgeln, die von Arp Schnitger gebaut wurden, stehen in Ostfriesland: in der Ludgeri-Kirche in Norden und der St. Georgskirche in Weener. „Auch für den Tourismus sind diese Kulturdenkmale interessant“, ist Ulf Thiele überzeugt.
Arp Schnitger wurde 1648 in Brake geboren und starb 1719 in Hamburg. Während seiner 71 Lebensjahre baute er rund 170 Orgeln neu oder um. Etwa jedes sechste dieser Musikinstrumente gibt es noch, die meisten der 30 Orgeln stehen in Deutschland, einige wenige auch in den Niederlanden, in
Portugal oder Brasilien. Die 1686 erbaute Orgel in Norden ist die zweitgrößte Arp-Schnitger-Orgel in Deutschland überhaupt. Die Orgel in Weener entstand in den Jahren 1709/1710 und ist die letzte Orgel in Orgel in Ostfriesland mit separaten Pedaltürmen. „Beide Kirchenmusikinstrumente sind also etwas ganz Besonderes“, so Ulf Thiele.
In dem neuerlichen Entschließungsantrag fordern die vier Landtagsfraktionen die Landesregierung auf, sich für den Erhalt des Arp-Schnitger Orgelschatzes einzusetzen und das Engagement der Arp- Schnitger-Gesellschaft e.V. und anderer für den Erhalt des noch vorhandenen Orgelschatzes zu unterstützen. Außerdem solle geprüft werden, welche Voraussetzungen ein Antrag zur Aufnahme in die Vorschlagsliste für zukünftige Welterbestätten haben müsste, um die Arp-Schnitger-Orgeln anerkennen zu lassen. Und schließlich soll die Landesregierung prüfen, inwieweit das anstehende Jubiläumsjahr 2019 Gelegenheit bietet, das Werk Arp-Schnitgers in besonderer Weise zu würdigen und bekannter zu machen.
Derzeit ist Deutschland mit 40 Welterbestätten auf der Liste der UNESCO vertreten, sieben davon befinden sich in Niedersachsen.