Für eine Lockerung der Regeln bei Beerdigungen hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Ulf Thiele aus Remels, ausgesprochen. „Der Abschied von einem Verstorbenen ist ein sehr einschneidendes Ereignis für Familien und die Freunde“, betonte Ulf Thiele. „Wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, würdevoll von dem Toten Abschied nehmen zu können.“ Solange eine massive Gefahr von dem Corona-Virus für Gesundheit und Leben von Menschen ausgehe, könne auf die Kontakt- und Abstandsregeln keinesfalls verzichtet werden. Dies sei jedoch bei einer Beerdigung möglich, die den Familienkreis und engste Freunde umfasse. Die Kirchen und Beerdigungsinstitute müssten dabei verpflichtet werden, die Hygiene- und Abstandsvorschriften einzuhalten. Die CDU-Landtagsfraktion habe eine entsprechende Initiative gestartet.

Die erlassenen Kontaktverbote müssten ständig wieder auf den Prüfstand, so Ulf Thiele. Wenn zu tief in die Rechte der Menschen eingegriffen werde, wie dies auch bei dem inzwischen korrigierten Verbot des Besuchs nächster Verwandter in der Privatwohnung offenkundig der Fall gewesen sei, müsse dies wieder korrigiert werden können. Im Falle der Auflagen bei Beerdigungen sei das Sozialministerium bisher jedoch noch zurückhaltend, räumte Ulf Thiele ein.

Es gehe nicht um eine Aufweichung der Regeln, betonte er. „Es geht hier vor allem darum, wie wir in dieser Zeit mit der Trauer umgehen und den Angehörigen beistehen können, die einen lieben Menschen verloren haben.“ Dazu gehöre es, dem Toten die letzte Ehre zu erweisen und den Lebenden damit zu zeigen, dass sie nicht allein seien in ihrem Schmerz. „Das ist letztlich eine Frage von Humanität.“

Ulf Thiele schloss sich auch der Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Dirk Töpfer, an, die Kapellen für Trauerfeiern zu öffnen, damit diese nicht ausschließlich unter freiem Himmel stattfinden müssten. „Auch in der Kapelle kann der Mindestabstand zum Nächsten eingehalten werden.“

Ausdrücklich bekräftigte Ulf Thiele aber die grundsätzliche Richtigkeit der geltenden Kontaktreduzierungen. „Diese sind enorm wichtig, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und so die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen“, betonte der Abgeordnete. „Und die Regeln gelten auch an den Ostertagen. Es geht um den Schutz der besonders gefährdeten Risikogruppen wie ältere und vorerkrankte Menschen, aber auch des medizinischen Personals.“