Für die Einrichtung einer 50 Kilometer breiten Schutzzone gegen Wölfe entlang der Küsten- und Flussdeiche hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Ulf Thiele, ausgesprochen. Anlass sind die jüngsten, mutmaßlich wohl von mindestens einem Wolf begangenen, Risse in einer Schafsherde am Emsdeich in Mitling. Im März waren dabei rund zwei Dutzend Tiere ums Leben gekommen oder mussten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden. „Wir müssen die Schafe, die mit der Beweidung der Deiche zum Hochwasserschutz entscheidend beitragen, indem sie die Grasnarbe kurz halten und zugleich festigen, besonders schützen“, ist Ulf Thiele überzeugt. „Und das geht nach meiner festen Überzeugung nicht anders, als durch eine mindestens 50 Kilometer breite Schutzzone landeinwärts, in der Wölfe konsequent vergrämt oder entnommen werden müssen“, fordert der Politiker.

„Wir dürfen in diesem Bereich keine territorialen Wolfsrudel dulden“, stellte Ulf Thiele klar. „Anders lassen sich die Schafherden nicht schützen“, denn weder Schutzzäune noch Hütehunde könnten an den Deichen eingesetzt werden. Hütehunde wären zwar für Wölfe gefährlich, aber auch für Wanderer und Spaziergänger.

Derzeit gibt es in Niedersachsen rund 230 Wölfe, die in 26 Rudeln leben, zehn Wolfspaare und einen Einzelwolf. Etwa alle drei Jahre verdoppelt sich die Zahl der Tiere, die streng geschützt sind. „Das soll auch grundsätzlich so bleiben“, betonte Ulf Thiele. „In Fällen wie dem Küstenschutz müssen aber andere Prioritäten gesetzt werden.“ In Niedersachsen gibt es rund 1.000 Kilometer Deiche entlang der Küste, an tideabhängigen Flüssen wie der Ems und auf den ostfriesischen Inseln. „Die Schafsherden sind für die Deichsicherheit wichtig und deshalb schützenswert.“

Für die Einrichtung einer 50 Kilometer breiten Wolfsschutzzone hatte sich auch der Landtagsabgeordnete und Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke aus Hasefeld ausgesprochen.