Es hat lange gedauert, aber jetzt hat die Niedersächsische Sozialministerin Daniela Behrens sich über das ablehnende Votum des Niedersächsischen Krankenhaus-Planungsausschusses hinweggesetzt und eine Entscheidung für die Zuweisung von Planbetten für neue Neurologische Abteilungen im Klinikum in Leer und im Bonifatius-Hospital Lingen getroffen. Demnach sollen dem Klinikum Leer 30 Planbetten für die Neurologie zugewiesen werden. Dies ist die Mindestausstattung zur Einrichtung einer Neurologischen Abteilung.


„Eine Klage gegen die Entscheidung brächte nur Verlierer.“


„Die Entscheidung der Sozialministerin begrüße ich sehr“, kommentierte der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Ulf Thiele (Stallbrüggerfeld) die Nachricht, die er am (heutigen) Donnerstag persönlich von Sozialministerin Behrens erhielt. „Dies ist eine gute Nachricht im Kampf gegen die Folgen von Schlaganfällen. Mit der Entscheidung für eine Neurologie in Leer wird die Ministerin dem Umstand gerecht, dass es im Landkreis Leer große unterversorgte Bereiche gibt, von denen aus das nächste Krankenhaus mit einer Neurologie erreichbar ist. Die benachbarten Standorte sollten auf ihre angedrohten Klagen jetzt verzichten und die Entscheidung zum Wohle der Schlaganfallpatienten im Landkreis Leer akzeptieren“, fordert der Abgeordnete in einer Stellungnahme. Eine Klage benachbarter Krankenhäuser, die über ein neurologisches Angebot verfügen, hätte möglicherweise aufschiebende Wirkung und würde die Einrichtung der Neurologie in Leer weiter verzögern. „Das wäre zum Schaden der Schlaganfall-Patienten in den unterversorgten Teilen des Landkreises Leer, ohne dass es zu einer Verbesserung in Emden oder Westerstede führen würde. „Ich appelliere an die Vernunft aller Beteiligter. Eine Klage gegen die Entscheidung brächte nur Verlierer. Insbesondere die Schlaganfall-Patienten müssten weiterhin schlimme Konsequenzen tragen. Denn bei einem akuten Schlaganfall zählt jede Minute“, so Ulf Thiele.


Dank für Beharrlichkeit und gute Zusammenarbeit.


An der Entscheidung hätten viele mitgewirkt, denen gemeinsam für die enge Zusammenarbeit zu danken sei. „Das Klinikum Leer und der Landkreis Leer haben Beharrlichkeit gezeigt, die sich jetzt auszahlt. Im Landtag haben wir fraktionsübergreifend, immer wieder und letztlich erfolgreich die guten Argumente für den Standort platziert. Insbesondere der Kollegin Johanne Modder (SPD) möchte ich für die gute Zusammenarbeit für die Neurologie Leer danken“, erklärte Ulf Thiele. Er selbst habe ebenfalls in vielen Gesprächen mit dem Ministerium und den Gesundheitspolitikern des Landtages für die Neurologie mit Stroke Unit für Schlaganfall-Patienten in Leer geworben und im Juli 2020 im Landtag der damaligen Sozialministerin Carola Reimann gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion Dieter Baumann sowie den Kreistagsabgeordneten Hedwig Pruin und Hans-Dieter Weichers mehr als Unterschriften für die Neurologie übergeben, die unter Corona-Bedingungen unter der Führung Dieter Baumanns durch die CDU-Kreistagsfraktion gesammelt worden waren. Letztlich unterschrieben fast 6.000 Menschen die Listen mit der Forderung nach einer Neurologie in Leer. Dieter Baumann hat das Thema vor Ort im Landkreis Leer mit besonderer Beharrlichkeit verfolgt. Auch ihm gilt daher ein besonderer Dank für seinen Einsatz.

4.358 Unterschriften für eine Neurologie am Klinikum Leer übergaben im Juli 2020 im Landtag in Hannover (v.l.) die Kreistagsabgeordneten Hans-Dieter Weichers, Hedwig Pruin, Dieter Baumann und Ulf Thiele MdL (alle CDU) an die damalige Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Ihre Nachfolgerin Daniela Behrens entschied jetzt, dem Klinikum 30 Planbetten hierfür zuzuweisen und damit die Einrichtung einer Neurologischen Abteilung mit Stroke Unit in Leer zu ermöglichen.