Die Sportvereine im Landkreis Leer sollen aus Mitteln des Kreishaushaltes in der Corona-Pandemie unterstützt werden. Diesen Vorschlag hat der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (Stallbrüggerfeld) nach einer Videokonferenz mit Vertretern der im Kreisgebiet ansässigen Sportverbände und -vereine gemacht. „Einmalig ein Euro pro Mitglied sollen die Einnahmeausfälle der Vereine zumindest teilweise abdecken“, so Ulf Thiele, der auch Mitglied im Leeraner Kreistag ist. Verursacht werden diese Defizite durch Corona-bedingt sinkende Mitgliederzahlen und damit Beitragseinnahmen sowie den Ausfall von Eintrittsgeldern und Sondereffekten wie Einnahmen aus Sportwochen, Osterfeuerveranstaltungen usw. Die Handlungsfähigkeit und die Investitionsmöglichkeiten der Vereine seien daher deutlich eingeschränkt.

Während der gut zweistündigen Online-Besprechung stellten die Verbands- und Vereinsvertreter gemeinsam mit Ulf Thiele fest, dass das vom Land Niedersachsen finanzierte Sonderprogramm Sport des Landessportbundes für die Vereine im Landkreis Leer regelmäßig nicht anwendbar ist. Dieses Programm war gezielt für Vereine aufgelegt worden, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohende Lage kommen. „Das ist bei unseren Vereinen zum Glück regelmäßig nicht der Fall“, so Ulf Thiele. Die Einnahmeausfälle beeinträchtigten die Leistungsfähigkeit der Sportvereine zwar teilweise erheblich, gefährdeten sie jedoch, zumindest bisher, nicht in ihrer Existenz.

Deshalb hat Ulf Thiele die CDU-Fraktion im Kreistag Leer gebeten, für den Kreishaushalt 2021 eine einmalige Unterstützung der Vereine zu beantragen, um die Sportvereine in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen und ihre Investitionsmöglichkeiten aufrecht zu erhalten. Die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung sollte im Zuge der Haushaltsberatungen berücksichtigt werden.

Um die Infektionsrisiken für Sportübungsleiter, Sportlerinnen und Sportler, sowie für deren Familien weiter zu verringern, könnten zudem die Hygienekonzepte der Sportvereine um eine Teststrategie ergänzt werden, die einen Selbsttest aller Teilnehmer einer Übungseinheit vor der Übungseinheit vorsieht. Voraussetzung wäre allerdings, den Sportvereinen im Landkreis Leer ausreichend Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Beschaffung und Finanzierung sollten in diesem Fall über den Landkreis Leer erfolgen.

Mit dieser zusätzlichen Sicherheit ist es nach Meinung von Ulf Thiele denkbar, per Allgemeinverfügung den Vereinen auch bei höheren als in der Corona-Verordnung vorgesehenen Inzidenzen einen Sportbetrieb zu ermöglichen. Zudem sollte geprüft werden, ob eine Öffnung der Sporthallen für den kontaktlosen Sport unter Testbedingungen bzw. bei einem Inzidenzwert unter 100 generell ermöglicht werden kann. Sportarten die nur in der Halle, dabei aber mit einem Hygienekonzept und kontaktlos, problemlos durchführbar sind (bspw. Tischtennis) könnten somit wieder aufgenommen werden.

„Die Sportvereine haben in unserer Gesellschaft eine ganz wichtige Funktion“, so Ulf Thiele. Deshalb sollte der Landkreis den Vereinen in der besonderen Lage durch die Corona-Pandemie auch besonders helfen, ist er überzeugt.