In Niedersachsen wurden bis einschließlich Montag dieser Woche 1.005.709 Impfdosen gegen das Corona-Virus an die Impfzentren verteilt. Auf die Bevölkerung von 7.972.732 Personen entspricht das einem Anteil von 12,61 Prozent. „Besonders wenig Impfdosen wurden an den Landkreis Leer ausgeliefert“, hat der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Ulf Thiele, festgestellt. „Bei einer gleichen Verteilung nach Bevölkerungszahl hätten den Landkreis Leer 21.420 Impfdosen erreichen müssen, tatsächlich waren es aber nur 17.029 Impfdosen.“ Wie dieses Minus von gut 21 Prozent oder 4.391 Impfdosen zu erklären ist, will Ulf Thiele jetzt von Niedersachsens Sozialministerium und dem Landkreis Leer wissen. Und vor allem möchte er erfahren, wie und wann der daraus resultierende Impfrückstand aufgeholt werden soll.

Der Landkreis Leer hatte in den vergangenen Wochen bundesweit mit die höchste Inzidenz. „Gerade deshalb hätte diese Region zumindest mit anderen Regionen bei der Impfstoffvergabe gleich behandelt werden müssen“, betont Ulf Thiele. „Das Gegenteil war der Fall.“ Kein anderer Landkreis habe, verglichen mit der Bevölkerungszahl, so wenige Impfdosen erhalten wie der Landkreis Leer. „Dieses Missverhältnis und diese Ungerechtigkeit muss schnellstmöglich behoben werden“, fordert der CDU-Politiker.

Auf Ostfriesland berechnet ist das Minus an Impfdosen nicht ganz so hoch wie im Landkreis Leer mit 21 Prozent, liegt aber auch „bei immerhin 15 Prozent“. Auch im Landkreis Aurich seien 2.542 Impfdosen weniger angekommen, während dem Landkreis Wittmund 452 und in der Stadt Emden 531 mehr Impfdosen geliefert wurden, als nach Bevölkerungszahl – dem vereinbarten Kriterium für die Verteilung der Impfstoffe – notwendig. Die Abweichungen nach oben dort sind prozentual im tolerablen Bereich. Die fehlenden Impfstoffe in den Landkreise Aurich und Leer seien allerdings erheblich und daher dringend erklärungsbedürftig, findet Ulf Thiele.