Landkreis Leer/Niedersachsen, 4. September 2017.- ‚Septembermaant is Plattdüütskmaant‘ – die Förderung der Sprache der Ostfriesen, aber auch anderer Regional- und Minderheitensprachen ist dem CDU-Landtagsabgeordneten und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen eine Herzenssache. „Un so frei ick mi, dat wi in düsse Maant in de Landtag van Nedersassen noch een Andrag beschluten willt, wordör unse Spraken fördert word“, schreibt der Politiker in einer Pressemitteilung. Tatsächlich will der noch bestehende Landtag in diesem Monat während seiner letzten Sitzung vor der Neuwahl im September einen fraktionsübergreifenden Beschluss fassen, um die ‚Förderung von Niederdeutsch und Saterfriesich verstetigen und weiter ausbauen‘ zu können. Der Antrag wurde gemeinsam von den Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP eingebracht. „Ich freue mich, dass wir uns über Fraktionsgrenzen hinweg einig sind, dass plattdeutsch und saterfriesisch wichtige Teile der niedersächsischen Kultur und des Lebens in unserem Land sind und erhalten werden müssen“, so Ulf Thiele.

„Wi hebbt uns mit all Fraktionen de vergangenen twee Jahr tosamensett, unner de Litt van de Heimatbund“ und diskutiert, welche Bedeutung die Sprachen heute noch haben und wie man sie fördern kann. Denn wenn man jetzt nicht handele, „dann hebbt wie in een of twee Generationen ok in Nedersassen so good as keen Plattdütschproters mehr“, warnte Ulf Thiele bei der Beratung des Themas im Juni-Plenum des Landtages. Unter anderem soll der Unterricht der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache in den Schulen gefördert werden. „Wenn wi en paar Hunnert Plattdüütschmesters in de Scholen brengen, dann hebbt wie en Chance, dat de tokomend Generation van Kinner und junge Lüüt weer beter Plattdüütsch proten kann“, ist der Uplengener überzeugt.

Den Grund für den Niedergang der plattdeutschen Sprache in den vergangenen Jahrzehnten hatten neben Ulf Thiele auch andere Redner im Parlament umrissen: „Det hett ok ne Tied geven“, wird die SPD-Angeordnete Renate Geuter im Landtagsprotololl vom Juni-Plenum zitiert, „do wullen de Öllern nich, dat ehre Kinner Plattdüütsch lehren“ und „dat wöör en grooten Fehler“. Denn die Minderheiten- und Regionalsprachen sind „Deel van use Kultur und us Identität, un se dröfft nich utstarven“.

Ulf Thiele ist „nich mit alls inverstahn, wat disse Landesregierung in Tosamenhang mit Plattdüütsch maken deit“. So kritisiert er, dass der Vertrag mit dem Institut für Niederdeutsche Sprache gekündigt wurde, aber über die Schulausbildung in Plattdeutsch oder Saterfriesisch habe man sich dank der klugen Moderation des Niedersächsischen Heimatbundes verständigen können. Ulf Thiele hatte in der gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Stärkung der plattdeutschen und der saterfriesischen Sprache als Vertreter der CDU-Landtagsfraktion zwei Jahre lang mitgearbeitet.