„Nicht von Fusionsplänen betroffen“ – Ulf Thiele besuchte Finanzamt Leer / Gutes Betriebsklima, aber Nachwuchssorgen

15. Oktober 2018

Leer, 15. Oktober 2018.- Das Finanzamt Leer ist „eines der kleineren größeren Ämter, aber nicht von Fusionsplänen betroffen“. Die 231 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde, die ihren Hauptsitz an der Edzardstraße in Leer hat, seien erleichtert über diese Nachricht gewesen, berichtete Behördenleiter Jochen Bekker anlässlich eines Besuches des CDU-Landtagsabgeordneten und finanzpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Ulf Thiele, in seinem Amt. Gleichwohl hat Behörde in Leer auch Sorgen und die liegen in der Personalgewinnung: in den nächsten zwei Jahren werden 20 Beschäftigte die Altersgrenze erreichen. Man habe „einen schweren Stand wegen der großen Konkurrenz“ auf dem Arbeitsmarkt und das liege nicht zuletzt an den „mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten“.

So gebe es sowohl für den Ausbildungsberuf zum Finanzwirt (Ausbildungsdauer zwei Jahre) als auch für das dreijährige duale Studium zum Diplomfinanzwirt seit Jahren bei gleichbleibender hoher Zahl von Ausbildungs- beziehungsweise Studienplätzen eine sinkende Zahl von qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern.

Während Ulf Thiele bei den Bewerberzahlen kaum helfen kann, könnte es in einem anderen Punkt durchaus sein: „Wir wünschen uns, dass die Auszubildenden für die Dauer ihrer Ausbildung mit Laptops ausgestattet werden“, so Amtsleiter Bekker. Das würde die Schulung der künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleichtern, zumal derzeit aufgrund der räumlichen Situation „eine Ausbildung beim Sachbearbeiter nicht möglich“ ist. Die Laptop-Frage will Ulf Thiele direkt im Finanzministerium ansprechen. „Das ist sinnvoll, richtig und mit Sicherheit kein riesiger Kostenfaktor“, so Ulf Thiele.

Bei der Bearbeitung der Steuerfälle sei das Finanzamt Leer im Vergleich zu anderen Ämtern in Niedersachsen „gut bis sehr gut“, was die Zahl der bearbeiteten Fälle und die Schnelligkeit der Bearbeitung angeht. Über 417 Millionen Euro hat allein das Finanzamt Leer im vergangenen Jahr an Steuereinnahmen verbucht. Der größte Einzelposten war dabei die Umsatzsteuer mit 159,1 Millionen Euro, gefolgt von Lohnsteuer mit 127,8 Millionen Euro, der Einkommensteuer (65,9 Millionen) und der Körperschaftssteuer (20,6 Millionen). „Eine schnelle Bearbeitung der Steuerfälle ist im Interesse der Steuerzahler, aber natürlich auch im Interesse von Bund, Land und Kommunen, denn nur wegen der Steuereinnahmen können diese ihre vielfältigen Aufgaben der Daseinsvorsorge wahrnehmen“, so Ulf Thiele.

Im Bereich des Finanzamtes Leer gibt es derzeit zwölf Telearbeitsplätze, „relativ viel im Vergleich zu anderen Finanzämtern“, berichtete Bekker. Es gebe die Befürchtung, dass diese hohe Zahl abgebaut werden soll. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es hierfür einen Bestandsschutz gibt“, sagte Ulf Thiele zu.


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